Informationen über Depressionen

Allgemeines

Angststörungen werden häufig von depressiven Symptomen begleitet. Die Depression ist eine der häufigsten Erkrankungen unserer Zeit. Ängste und Depressionen vermischen sich da häufig und die Übergänge sind oftmals fließend. Typische Anzeichen für eine Depression sind

  • Antriebslosigkeit
  • Verlust von Freude und Interesse
  • Gedrückte Stimmung
  • vermindertes Selbstwertgefühl
  • Konzentrationsstörungen
  • Schlafstörungen
  • Appetitlosigkeit
  • u.v.m.

Einen Selbsttest, der Hinweise auf eine mögliche Depression liefern kann, können Sie schnell und anonym auf den Seiten des Deutschen Bündnisses gegen Depression e.V. machen. Bitte beachten Sie aber, dass zur genauen Abklärung immer ein Arzt oder Psychotherapeut konsultiert werden muss:

http://www.buendnis-depression.de/depression/selbsttest.php

Eine klinische, behandlungsbedürftige Depression stellt im Gegensatz zu leichteren Formen wie etwa "Melancholie" oder vorübergehende "Niedergeschlagenheit" eine ernste Erkrankung dar und ist anhaltend. Sie kann durch entsprechende Therapien, wie beispielsweise einer Gesprächstherapie oder aber auch einer medikamentösen Therapie behandelt werden. Manchmal ist es auch notwendig beides zu kombinieren. Wichtig ist auf jeden Fall zu Wissen: Ihnen kann geholfen werden!

Woher kommt die Depression?

Es gibt verschiedene Formen und Verläufe der Depression und meist ist die Ursache nicht eine einzige, sondern eine Kombination aus verschiedenen Faktoren. Wichtig ist, dass immer biologische und psychosoziale Faktoren an der Entstehung einer Depression beteiligt sind.
Depression können als einmalige Krankheitsphase („depressive Episode“) auftreten. Kehren diese Episoden wieder, spricht man von einer wiederkehrenden bzw. rezidivierenden Depression. Bei der Dysthymie sind die Symptome weniger stark ausgeprägt, allerdings treten diese mindestens zwei Jahre lang häufig auf. Bei der manisch-depressiven Störung treten zwei gegensätzliche Gefühlszustände auf: Manie (Hochstimmung) und Depression (Niedergestimmtheit) – vergleichbar mit dem Ausspruch „himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt“.
Neben diesen unterschiedlichen Verläufen gibt es weiterhin verschiedene Formen der Depression, wie beispielsweise die Altersdepression, Depressionen nach der Geburt eines Kindes („postpartpale Depression“) oder die Winterdepression (Saisonal abhängige Depression)

Bei der Angsterkrankung kommt die Depression oftmals vom sozialem Rückzug, der Unfähigkeit Gefühle auszudrücken oder auszuleben. Eine Agoraphobie macht es z.B. dem Menschen fast unmöglich, Orte aufzusuchen, an denen man vorher noch Kraft und Freude tanken konnte. Ein Ausbleiben auf Dauer aber kann eine Depression begünstigen.

Warum ich?

Eine Depression ist keine persönliche Schwäche und kein Unvermögen, mit etwas fertig zu werden, sondern eine Krankheit, die behandelt werden muss und behandelt werden kann. Die Frage "Warum ich?" könnten Sie sich also genau so gut Fragen, wenn Sie sich beispielsweise einen Fuß gebrochen hätten.

Wie kann der Arzt eine Depression behandeln?

Etwa 80% der Patienten, die an einer Depression erkrankt sind, kann mit einer entsprechenden Behandlung geholfen werden. Grundsätzlich gibt es drei Behandlungsformen: Zum einen die Behandlung mit antidepressiven Medikamenten, zum anderen die Gesprächs- und Psychotherapie (Verhaltenstherapie) oder auch eine Kombination beider Maßnahmen.

Im allgemeinen wird eine Depression heute mit Medikamenten, den sogenannten Antidepressiva, behandelt. Antidepressiva sollen das gestörte Gleichgewicht von Überträgerstoffen im Gehirn wieder normalisieren. Es handelt sich bei diesen Medikamenten nicht um Beruhigungsmittel. Sie führen auch nicht zu einer Abhängigkeit, sondern sind eine wirkungsvolle Hilfe, depressive Menschen zu einem normalen Leben zurückzuführen.

Sie werden sich unter der Behandlung mit Antidepressiva weniger ängstlich und entspannter fühlen. Normalerweise müssen Antidepressiva über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Ihr Arzt wird die erforderliche Behandlungsdauer festlegen.

Auch ein Gespräch über Ihre Gefühle, Ihr Empfinden, kann bei einer Depression helfen. Es verlangt aber Energie und Motivation, die möglichen Ursachen herauszufinden und sich mit ihnen zu befassen. Befindet man sich allerdings noch in einem ausgeprägten Stadium einer Depression, fällt einem aber gerade dies sehr schwer.

Oft ist es schwierig, selbst mit engen Freunden über die eigenen Probleme zu sprechen. Hier sind erfahrene Psychotherapeuten, die wirklich zuhören und verstehen können, eine wesentliche Hilfe. Darüber hinaus wird er mit Ihnen zusammen die Gründe Ihrer Depression und die Wege dort heraus erarbeiten

Was kann ich selbst tun?

Indem Sie zum Arzt und/oder einen psychologischen Psychotherapeuten gehen oder gegangen sind, haben Sie bereits den ersten und wichtigsten Schritt auf dem Weg zu Besserung getan. Gerade zu Beginn einer Erkrankung sollten diese Kontakte relativ häufig sein. Auch ein kurzes Telefongespräch kann zur Überwindung quälender Gedanken, oder auch zur Stärkung des Selbstwertgefühls hilfreich sein.

Da die Depression eine ernste Erkrankung darstellt, sollten Sie stets dem Rat Ihres Arztes bzw. Therapeuten folgen. Es gibt jedoch auch einiges, das Sie für sich selber tun können. Vielleicht können Sie von nachstehenden Ratschlägen profitieren. Bedenken Sie jedoch bitte, dass Sie bei dem Weg aus Ihrer Erkrankung stets nur sehr kleine schritte, die überschaubar sind, zurücklegen - nehmen Sie sich nicht zu viel auf einmal vor.

Versuchen Sie ...

  • ... sich nicht zu Hause "einzuigeln" und von der Umwelt abzuschotten. Versuchen Sie über das, was Sie bedrückt mit Vertrauenspersonen zu sprechen. Es ist hilfreich, schmerzhafte Erlebnisse verschiedene Male wach werden zu lassen und sich auszuweinen. Dies gehört zum natürlichen Heilungsmechanismus.
  • ... aktiv zu sein. Gehen Sie aus Ihrer Wohnung, machen Sie Spaziergänge, betätigen Sie sich körperlich, halten Sie sich fit. Sie werden merken, dass Sie dann auch besser schlafen können. Nehmen Sie sich - auch wenn Sie sich nicht arbeitsfähig fühlen - etwas vor. Machen Sie eventuell einen Plan zur Ausgestaltung des Tages oder der ganzen Woche. Auch "kleine" Aktivitäten, wie Zeitunglesen, Hausarbeit, Basteln, Einkaufen sind wichtig. Es wird Ihnen helfen, von schmerzhaften Empfindungen Abstand zu gewinnen. Sie werden sich weniger hilflos vorkommen. Denn wenn Sie sich von Ihren Emotionen völlig vereinnahmen lassen, werden Sie sich u. U. noch depressiver fühlen.
  • ... größeren Alkoholkonsum zu vermeiden. Alkohol kann zwar vorübergehend Ihre Sorgen erleichtern und Sie förmlich ertränken. Dies ist aber nur ein kurzfristiger Effekt und keine Lösung. Zu viel Alkohol schadet vielmehr auch der körperlichen Gesundheit. Sie werden sich nach dem "Kater" noch depremierter fühlen. Übermäßiger Alkoholgenuss verhindert, richtige Hilfe zu finden.
  • ... sich optimal zu ernähren, denn Menschen mit starken Depressionen können zu Gewichtsverlust und Vitaminmangel neigen. Frisches Obst und Gemüse sind zu bevorzugen.
  • ... sich vor Augen zu führen, dass die Depression eine sehr häufige Erkrankung ist und dass sie viele andere Menschen überstanden haben. Und warum sollten Sie so viel anders sein, auch wenn dies für Sie jetzt im Moment nicht vorstellbar erscheint. Im übrigen kann eine durchgemachte Depression eine persönlich sehr wertvolle Erfahrung, eine Bereicherung darstellen. Zwischenmenschliche Beziehungen, Situationen, Entscheidungen u. U. klarer angegangen werden.

Mehr Informationen

Das "Deutsche Bündnis gegen Depression" bietet auf Ihren Internetseiten eine Vielzahl an Informationen und Hilfestellungen an.
Neben Informationen zur Erkrankung,, finden Sie dort auch umfangreiche, seriöse Anlaufstellen. Nutzen Sie die Angebote und werden Sie aktiv - Depression ist behandelbar.

Eine Broschüre zum Thema bietet das Bundeministerium für Bildung und Forschung zum Download an:

"Es ist als ob die Seele unwohl wäre" [4.087 KB]