Angstforum Impressum Datenschutz Partner Startseite
Angst & Panikstörungen Depressionen Zwänge Schlafstörungen Psychotherapeuten Fachkliniken Selbsthilfegruppen Bücher

Angst vorm Zahnarzt

Zahnarztangst und Zahnarztphobie

Kaum ein Mensch geht gern zum Zahnarzt, doch Zahnarztangst und Zahnarztphobie machen den Zahnarztbesuch für Betroffene zu einem nervenaufreibenden, quälenden Unterfangen. Schweißausbrüche, Zittern, Ohnmachtsgefühle und Magenbeschwerden sind dabei nur einige Symptome, mit denen Angstpatienten zu kämpfen haben. In Konsequenz meiden viele Betroffenen die angstauslösende Situation, was sich dauerhaft am Zustand des Gebisses und damit auch an der gesundheitlichen Verfassung des gesamten Körpers bemerkbar machen kann. Schonende Zahnbehandlungen und eine umfassende psychologische Betreuung durch den Zahnarzt können den Betroffenen bei der Bewältigung ihrer Angst helfen.

Die Ursachen von Zahnarztangst

  • Als Ursachen von Zahnarztangst können verschiedene Faktoren ausgemacht werden. Häufig ist ein schlechtes Erlebnis, ob in Kindheit oder Erwachsenenalter, Auslöser der Angst. So wird beispielsweise das Geräusch eines Bohrers oft mit Schmerz assoziiert. Auch Zahnbehandlungen unter Lokalanästhesie, die zu lange dauern, werden oft als unangenehm empfunden und fördern damit die Zahnarztphobie.
  • Darüber hinaus spielt auch die Art der Behandlung durch den Zahnarzt eine entscheidende Rolle bei Zahnarztangst. Fühlt sich der Patient unverstanden und in seiner Angst nicht ernst genommen oder gar belächelt, kann dies die negativen Gefühle verstärken, wodurch die Angst geschürt wird. Den gleichen Effekt erzielen negative Erfahrungsberichte aus dem sozialen Umfeld.

Therapien und Behandlungsmöglichkeiten

  • Zur umfassenden Behandlung von Zahnarztangst sollte ein Zahnarzt aufgesucht werden, der auf Zahnarztangst und -phobie spezialisiert ist, die Ängste des Patienten versteht und optimal auf dessen Bedürfnisse eingehen kann. In einem ersten Schritt lernt der Betroffene dabei die Praxis und die Mitarbeiter, vor allem den behandelnden Arzt, intensiv kennen, sodass ein Vertrauensverhältnis aufgebaut werden kann. Nachfolgend werden alle Behandlungsschritte ausführlich besprochen, sodass alle Bedenken und Ängste bezüglich der Behandlung geäußert werden können.
  • Damit die zahnärztliche Behandlung für den Betroffenen so angenehm wie möglich ist, haben sich in der zahnärztlichen Praxis verschiedene Behandlungsmethoden bewährt. So werden häufig Sedierungen vorgenommen, sodass der Patient in der angstauslösenden Situation beruhigt ist und nicht von negativen Gefühlen überwältigt wird. Zur Entspannung vor, während und nach der Behandlung wird zunehmend auch Hypnose eingesetzt, mit der gute Erfolge erzielt werden können. Bei einem stark zerstörten Gebiss durch jahrelanges Meiden des Zahnarztbesuches wird eine Zahnsanierung in Vollnarkose durchgeführt, bei der umfassende Änderungen im Mundraum vorgenommen werden, ohne dass der Patient davon etwas mitbekommt. Ebenso sind aber auch Tiefschlafbehandlungen für kurze ambulante Eingriffe geeignet.
  • Um generell besser mit seinen Ängsten umgehen zu können, sollte der Patient auch Entspannungstechniken erlernen, um sich von Grund auf gelassener zu fühlen und in der angstauslösenden Situation besser beruhigen zu können. Als Beispiele hierfür sind Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung und Meditation anzuführen.
  • Bei stark ausgeprägten Ängsten empfiehlt sich zudem eine verhaltenstherapeutische Behandlung, bei der der Betroffene direkt mit der angstauslösenden Situation konfrontiert wird. Um dabei noch effektivere Erfolge erzielen zu können, sollte langfristig über eine medikamentöse Behandlung mit Serotonin-Wiederaufnahmehemmern nachgedacht werden.

Text mit freundlicher Genehmigung von:

Zahnarzt Dr. Seidel, Berlin