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Ergebnis: Studie zur Lebensqualität und Angst

Ergebnis: Studie zur Lebensqualität und Angst

Wie angekündigt, erhalten Sie nun die wichtigsten Ergebnisse über die Studie zur Lebensqualität und Angst. In der Zeit von Ende Februar bis Ende Juli 2010 hatten wir Sie auf dieser Internetseite gebeten an einer Online-Umfrage zu diesem Thema teilzunehmen.

Insgesamt sind fast 2500 Personen dem Aufruf gefolgt und haben den Link angeklickt. Knapp 1200 entschieden sich schliesslich tatsächlich an der Umfrage teilzunehmen und haben begonnen die Fragebögen auszufüllen. Es waren wirklich viele Fragen, die 400 von Ihnen komplett beantwortet haben. Vielen Dank an alle für Ihr Interesse und Ihre Teilnahme!

Die Mehrheit (etwa 2/3) der Teilnehmenden war weiblich. In der Lebensqualität unterscheiden sich die beiden Geschlechter nicht. D.h. Frauen und Männer leiden gleich stark unter der Angst und sind in ihrem Leben gleich stark durch die Angst eingeschränkt. Im Vergleich zur Normalbevölkerung (dazu gibt es sehr grosse Befragungen in Deutschland und den USA mit 4000 bzw. 3000 Teilnehmern) war die Lebensqualität bei Personen mit Angst sehr stark reduziert. Selbst im Vergleich zu einer Gruppe von Patienten mit einer chronischen körperlichen Erkrankung (z.B. Asthma oder Rheuma) war die psychische Lebensqualität der Angstpatienten schlechter. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das: Erreichen Personen aus der Normalbevölkerung für die psychische Lebensqualität etwa einen Wert von 50, erreichen die Teilnehmer der Studie im Schnitt nur einen Wert von knapp unterhalb von 30. Dieser Unterschied ist „hochsignifikant“ (das bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit für einen zufälligen Unterschied bei unter 1 % liegt).

Haben die Teilnehmer zusätzlich eine ausgeprägte depressive Symptomatik angegeben, was bei Patienten die unter einer Angststörung leiden nicht ungewöhnlich ist, war die Qualität des Lebens sogar noch schlechter.

Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung ist, dass Teilnehmer mit Schwierigkeiten bei der Wahrnehmung und Beschreibung eigener Gefühle über stärkere Angstsymptome berichten.

Was bedeuten diese Ergebnisse konkret? Zum einen zeigen sie, dass die Lebensqualität bei Menschen mit starken Ängsten sehr eingeschränkt ist. Dies unterstreicht die Wichtigkeit einer frühen und konsequenten Behandlung der Ängste. Hierbei sollte sowohl die Verminderung der Angstsymptome als auch die Verbesserung der Lebensqualität ein Therapieziel sein. Besonders muss hierbei auf die Besserung eventuell zusätzlich bestehender Depressionen geachtet werden. Und auch die Fähigkeit eigene Gefühle zu erkennen und darüber zu sprechen sollte bei Patienten, die damit Schwierigkeiten haben, in der Therapie beachtet und gefördert werden.

Wir werden die Ergebnisse noch weiter auswerten, bedanken uns aber jetzt schon einmal ganz herzlich bei allen Betroffenen, die an der Studie teilgenommen haben.

M. Rufer (1), S. Moritz (2) und S. Weidt (1)
(1) Universitätsspital Zürich; Tel. + 41 (0) 44 255 5280;
Michael.rufer@usz.ch; Steffi.weidt@usz.ch
(2) Universitätsspital Hamburg; moritz@uke.uni-hamburg.de